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Reportage

Entdeckung des Saartanisch – der einzigartige Dialekt des Saarlands

Wie ein Bundesland an der französischen Grenze seine eigene Sprache pflegt – zwischen Moselfränkisch, Rheinfränkisch und 300 Jahren Lothringen-Nachbarschaft.

Original-Artikel aus dem Saartanisch-Archiv. Inhalte werden beim Content-Refinement nach Wayback-Lieferung ergänzt.

Warum „Saartanisch"?

Der Begriff Saartanisch ist eine augenzwinkernde Selbstbezeichnung der Saarländer für ihren Dialekt – eine Wortbildung aus „Saarländer" und einem fiktiven Sprach-Suffix. Linguistisch korrekt müsste man von Saarländisch sprechen, doch in der eigenen Region ist Saartanisch der sympathische Spitzname.

Zwei Dialektgruppen

Das Saarland teilt sich linguistisch in zwei Hauptgebiete: Moselfränkisch im Norden und Westen (rund um Merzig, Saarlouis, Völklingen) und Rheinfränkisch im Süden und Osten (Saarbrücken, Homburg, Blieskastel). Die berühmte „dat/das"-Linie verläuft mitten durchs Bundesland.

Französisches Erbe

Mehr als 300 Jahre wechselnder Zugehörigkeit zwischen Deutschland und Frankreich haben Spuren im Wortschatz hinterlassen. Trottoir, Plümmo, Schässlong, Boddschamber – französische Lehnwörter sind Alltag, ohne dass sie als fremd empfunden werden.

Lebendige Sprache

Anders als viele andere deutsche Dialekte wird Saartanisch in fast allen Generationen aktiv gesprochen – vom Kindergarten bis ins Pflegeheim. Das Saarländische Staatstheater bringt Stücke auf Saartanisch auf die Bühne, der SR sendet Mundart-Comedy und Politiker schalten im Wahlkampf bewusst auf Dialekt.

→ Saarländischer Dialekt: Vokabular & Einstieg