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Warum „Saartanisch"?
Der Begriff Saartanisch ist eine augenzwinkernde Selbstbezeichnung der Saarländer für ihren Dialekt – eine Wortbildung aus „Saarländer" und einem fiktiven Sprach-Suffix. Linguistisch korrekt müsste man von Saarländisch sprechen, doch in der eigenen Region ist Saartanisch der sympathische Spitzname.
Zwei Dialektgruppen
Das Saarland teilt sich linguistisch in zwei Hauptgebiete: Moselfränkisch im Norden und Westen (rund um Merzig, Saarlouis, Völklingen) und Rheinfränkisch im Süden und Osten (Saarbrücken, Homburg, Blieskastel). Die berühmte „dat/das"-Linie verläuft mitten durchs Bundesland.
Französisches Erbe
Mehr als 300 Jahre wechselnder Zugehörigkeit zwischen Deutschland und Frankreich haben Spuren im Wortschatz hinterlassen. Trottoir, Plümmo, Schässlong, Boddschamber – französische Lehnwörter sind Alltag, ohne dass sie als fremd empfunden werden.
Lebendige Sprache
Anders als viele andere deutsche Dialekte wird Saartanisch in fast allen Generationen aktiv gesprochen – vom Kindergarten bis ins Pflegeheim. Das Saarländische Staatstheater bringt Stücke auf Saartanisch auf die Bühne, der SR sendet Mundart-Comedy und Politiker schalten im Wahlkampf bewusst auf Dialekt.